Lear Ara

LEAR ARA
BLAUER ARA IN NOT

Der Lear Ara gehört neben dem Hyazinth Ara zu den zwei einzigen in freier Wildbahn verbliebenen blauen Aras in Brasilien.

 

Der Rückgang des natürlichen Lebensraumes dieses wunderschönen blauen Vogels sowie illegaler Handel bedrohen heute mehr denn je das Überleben der Art.

 

Gemeinsam mit der Brasilianischen Regierung, arbeitet ACTP aktiv am nachhaltigen Schutz und Erhalt des Lear’s Aras in freier Wildbahn.

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STATUS

 

Der Lear Ara (Anodorhynchus leari) ist eine in Brasilien endemische Papageienart, die ausschließlich im Norden des Brasilianischen Bundesstaates Bahia vorkommt. Bereits bei der Entdeckung der Art im Jahre 1978 galt der nach dem englischen Vogelmaler Edward Lear (1808-1888) benannte Papagei als besonders selten.

 

Eine erste Bestandszählung im Jahre 1983 ergab eine Populationsgröße von lediglich 60 Vögeln weltweit. Eine erneute Bestandzählung im Jahre 2014 ergab jedoch ein umfassenderes Bild und deutete auf eine Gesamtgröße der Lear’s Ara Population von 1.294 Vögeln hin, verteilt auf sieben Bezirke in Bahia.

 

Der gesamte Lebensraum der Lear Aras ist begrenzt auf eine sehr kleine Fläche. Insgesamt umfasst das Habitat lediglich 8 km2 . Grund dafür ist, dass die Vögel ausschließlich in engen Höhlen, sogenannten Cliffs, in roten Sandsteinwänden nisten und schlafen. Zudem sind Lear’s Aras in ihrer Ernährung sehr anspruchsvoll. Sie essen beinahe ausschließlich Nüsse der Licuri-Palmen.

 

Die Art gilt heute als gefährdet und illegaler Handel sowie die Bedrohung des natürlichen Lebensraumes stellen weiterhin eine große Gefahr für das Überleben der Papageien dar. Dank staatlicher Schutzmaßnahmen konnte sich die Population in den vergangenen Jahren kontinuierlich erholen. Dies führte im Jahre 2009 bereits zu einer Herabstufung des Lear Aras im IUCN Rating von „Critically Endangered“ auf „Endangered“.

 

 

SCHUTZMASSNAHMEN

 

Menschliche Einflüsse, wie illegaler Handel, wachsende Landwirtschaft und zunehmende Rodungen stellen noch immer große Risiken für das Überleben der Art dar.

 

Die wachsende Viehwirtschaft in der Region und der damit einhergehende Bedarf an Futtermittel und Weideland, führen zu einer kontinuierlichen Zerstörung des natürlichen Lebensraumes der Lear’s Aras. Vor allem Rodungen für landwirtschaftliche Zwecke vernichten zunehmend den Bestand der Licuri-Palmen. Licuri-Palme sind die beinahe einzige Futterquelle der Lear Aras.

 

Zudem macht die Beschränkung der Schlaf- und Nistplätze des Lear Aras auf enge Höhlen in Sandsteinfelsen, den Vogel zu einem leichten Ziel für Wilderer. Hohe Schwarzmarktpreise fördern weiterhin die Gier und den illegalen Handel.

 

Schutzmaßnahmen zur Erhaltung und Sicherung der Population des Lear Aras umfassen daher die kontinuierliche Beobachtung und Überwachung der in freier Wildbahn lebenden Vögel, sowie den Aufbau einer Sicherheitspopulation in menschlicher Obhut.

 

Das staatlich geführte Institute Chico Mendes for the Conservation of Biodiversity (ICMBio) hat mit diesem Ziel im Jahre 2012 einen überarbeiteten National Action Plan (NAP) beschlossen, welcher durch das National Center for Research and Conservation of Wild Birds (Cemave) koordiniert wird. Ziel des Action Plans ist die Förderung des Populationswachstums des Lear Aras in der Natur und in menschlicher Obhut.

 

Mit der Besiedelung von ursprünglich vakanten Nestplätzen, zeigt die Population des Lear Aras Zeichen der Erholung. Die zunehmende Zerstörung des Habitats und das Verschwinden der überlebenswichtigen Nahrungsquelle, der Licuri-Palmen, droht jedoch die erzielten Fortschritte wieder zunichte zu machen.

 

Um das nachhaltige Überleben der Art zu sichern, bedarf es daher enormer Anstrengungen:

 

1. Der Status der Spezies in freier Wildbahn muss kontinuierlich überwacht werden
2. Illegalem Handel mit den Vögeln muss Einhalt geboten werden
3. Die lokale Bevölkerung muss sensibilisiert werden
4. Alternative Methoden der Landwirtschaft müssen erprobt werden

 

ACTP ZUCHTPROGRAMM

 

Auf Grund der akuten Bedrohung der Art in freier Wildbahn durch menschliche Einflüsse, ist der Aufbau einer Reservepopulation extrem wichtig, um als Versicherung für unerwartete Rückgänge der Population in freier Wildbahn zu dienen. Dies umfasst Pläne, Vögel aus menschlicher Obhut auszuwildern, zur Besiedelung von neuen Lebensräumen oder zur Gründung von neuen Kolonien.

 

Seit 2014 ist ACTP offizieller Partner der Brasilianischen Regierung im Lear Ara Programm. Wir unterstützen Schutzmaßnahmen vor Ort und beteiligen uns am Aufbau einer Sicherheitspopulation in unserer Zuchtanlage in Deutschland.

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